Reiseratgeber
Mit Pflegegrad ans Meer: So gelingt der Sommerurlaub
Reiserategeber
Muss ein Pflegegrad das Ende der Strandurlaube bedeuten? Keineswegs. Barrierefreie Angebote am Meer werden mehr, und mit etwas Planung steht der Reise wenig im Weg. Dieser Beitrag zeigt, worauf es dabei ankommt.
Die drei wichtigsten Bausteine
Bei einem Urlaub am Meer mit Pflegegrad kommt es vor allem auf drei Dinge an: die passende Unterkunft, die Anreise und die Versorgung vor Ort. Diese Bausteine gehen wir der Reihe nach durch. Vieles davon lässt sich selbst organisieren; wer möchte, gibt einzelne Schritte ab. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, lesen Sie hier.
Die richtige Unterkunft
Am Anfang steht die Frage, wo Sie wohnen. Eine
barrierefreie Unterkunft in Strandnähe erspart lange Wege und macht den Aufenthalt entspannter. Besonders auf Pflegebedarf ausgerichtet sind Pflegehotels. Sie verbinden barrierefreie Zimmer mit pflegerischer Ausstattung und Betreuung. Achten Sie unter anderem auf:
- Barrierefreies Bad: ebenerdige Dusche, Haltegriffe, unterfahrbares Waschbecken.
- Pflegegerechtes Zimmer: Pflegebett bei Bedarf, ausreichend Bewegungsfläche, Notrufsystem.
- Zugänglichkeit im Haus: Aufzug, Rampen, breite Türen und Flure.
- Hilfsmittel vor Ort: Möglichkeit, Rollstuhl, Rollator oder Duschstuhl zu leihen.
Was ein solches Haus genau ausmacht, lesen Sie hier: Was ist ein Pflegehotel?.
Barrierefrei an den Strand
Der Weg ins Zimmer ist das eine, der Weg ins Wasser das andere. Viele Küstenorte haben inzwischen
barrierefreie Strände eingerichtet. Dort erleichtern feste Wege und Strandmatten die Fahrt über den Sand, und sogenannte
amphibische Rollstühle
ermöglichen sogar den Weg ins Wasser. Einige Beispiele sind die Meia Praia bei Lagos an der Algarve, der Strand von Llafranc an der Costa Brava und die Playa de las Vistas in Los Cristianos auf Teneriffa.
Ob ein Strand tatsächlich zugänglich ist, klärt sich am besten vorab. Lokale Tourismusseiten und Bewertungsplattformen geben oft genauen Aufschluss.
Anreise und Hilfsmittel
Welches Verkehrsmittel für die Anreise passt, hängt vom Bedarf ab. Das Auto bietet Unabhängigkeit und Platz für Hilfsmittel. Wer kein geeignetes eigenes Fahrzeug hat, findet vielleicht in einem
behindertengerechten Mietfahrzeug eine Lösung.
Bei Flug oder Bahn lohnt sich der Mobilitätsservice, der Begleitung beim Ein- und Umsteigen organisiert – am besten rechtzeitig vor der Abreise anmelden.
Überlegen Sie früh, welche Hilfsmittel mitreisen und welche sich vor Ort leihen lassen. Das spart Gepäck und Aufwand, setzt aber voraus, dass Sie die Verfügbarkeit vorher klären.
Pflege und Betreuung vor Ort
Auch im Urlaub muss die Versorgung gesichert sein. Wer sie übernimmt, hängt vom Bedarf ab: mitreisende Angehörige, eine Reiseassistenz oder – im Pflegehotel – der hauseigene Dienst. Eine Reiseassistenz unterstützt gezielt dort, wo Hilfe gebraucht wird, und verschafft mitreisenden Angehörigen zugleich eigene Freiräume. Wie eine solche Begleitung ablaufen kann, erfahren Sie hier.
Was die Pflegekasse beisteuert
Ein eigenes Urlaubsbudget der Pflegekasse gibt es nicht: Anreise, Unterkunft und Verpflegung tragen Sie selbst. Die Betreuung während der Reise dagegen lässt sich zum Teil über die Pflegekasse finanzieren. Wie sich das zusammensetzen kann, können Sie hier an einen Rechenbeispiel sehen.
Hitze und Gesundheit im Blick behalten
Gerade im Sommer und am Meer gehört die Gesundheit auf die Packliste. Höhere Temperaturen belasten den Kreislauf, besonders bei älteren oder vorerkrankten Reisenden. Planen Sie schattige Pausen ein, achten Sie auf ausreichend Trinken, und wählen Sie bei Bedarf eine
mildere Reisezeit außerhalb des Hochsommers. Eine gut gepackte Reiseapotheke mit allen benötigten Medikamenten und eine passende Reiseversicherung sollten nicht fehlen.
Mit einem durchdachten Plan rückt das Meer in Reichweite – Pflegegrad hin oder her.



